Weizenkeime sind kleine Bestandteile des reifen Weizenkorns. Die Keime machen nur einen minimalen Teil des Korns aus. Sie enthalten jedoch die meisten Nährstoffe und gelten als spermidinreichstes Lebensmittel.

Weizenkeime – nahrhaft & 100% aus der Natur

Weizenkeime gelten im Vergleich zu Avocado & Co. als heimische Superfood-Alternative. Sie stehen am Speiseplan von gesundheitsbewussten Personen ganz oben. Wussten Sie, dass die Keime eigentlich ein Abfallprodukt bei der Mehlherstellung sind? Sie müssen bei der Weizenmehlherstellung vom restlichen Korn getrennt werden, da das Mehl durch die ölhaltigen Keime rasch ranzig werden würde. 

Auch wenn die Keime nur einen minimalen Teil des Korns ausmache: Sie enthalten mehr Nährstoffe als das restliche Weizenkorn selbst. Erfahren Sie in folgendem Artikel wie Weizenkeime wirken, wie sie verwendet werden und ob der Mythos, dass Weizen ein Dickmacher ist auch für die Weizenkeime gilt.

Was sind Weizenkeime?

Weizenkeime sind ein Teil des Weizenkorns. Eine Getreideart, die Ausgangsprodukt für viele Lebensmittel ist, wie unter anderem Brot, Backwaren oder Kekse.  Der Keim selbst entspricht zwar nur 3 % des gesamten Getreidekorns, ist jedoch mit Vitalstoffen vollgepackt und auch bekannt als embryonale Vorform des Getreidekorns.

Aus Sicht der Ernährungsphysiologie stellen Weizenkeime einen besonders hohen Mehrwert für unseren Körper dar. Getreide sollte zwar generell nicht in zu großen Mengen verzehrt werden, da der Keim jedoch nur eine kleine, und vor allem nährstoffreiche Einheit des Korns ausmacht, ist er definitiv empfehlenswert [1].

Wie werden Weizenkeime hergestellt?

Weizenkeime entstehen im Zuge der Weizenmehlherstellung. Bei der Produktion des feinen Mehls werden diese in der Mühle vom restlichen Korn abgetrennt. Das entstehende Abfallprodukt ist jedoch besonders reich an wertvollen Nährstoffen wie

  • B-Vitaminen
  • Vitamin E
  • Provitamin A
  • Provitamin D2
  • Vitamin K
  • Inosit [2].

Neben Trockenhefe stellen Weizenkeime das B-vitaminreichste Lebensmittel dar [2].

Vorteile von Weizenkeimen

Warum Weizenkeime?

Weizenkeime haben umfassende, positive Einflüsse auf das Wohlbefinden. Besonders an Weizenkeimen ist das enthaltenen Octacosanol. Es fungiert als natürliches Antioxidans und leistet einen Beitrag als pflanzliches Hilfsmittel zur Senkung des Cholesterinspiegels.  

Zudem sind Weizenkeime reich an Vitamin E – gemessen am Gewicht besitzen sie sogar die höchste prozentuale Menge des Vitamins. Dieses liegt in den Keimen in seiner biologisch wertvollsten Form vor. Der Darm kann die Keime ideal verwerten [2].

Vitamin E trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen.

Grundsätzlich empfiehlt es sich bei Vitaminen auf natürliche Formen, statt künstliche zurückzugreifen. Weizenkeime stellen hier eine ideale Alternative dar [1].

Dickmacher Weizen? Das steckt hinter dem Mythos

Immer häufiger entscheiden sich Menschen, auf Weizen zu verzichten. Die Gründe dafür sind vielfältig und irreführend zugleich. Folgend die bekanntesten Vorurteile rund um das Getreide:

  • „Weizenmehl macht dick“
  • „Weizenmehl fördert verschiedene Beschwerden“

Weizen zählt zu einem unserer Grundnahrungsmittel, welches in vielen Lebensmittel, wie Brot, Backwaren oder Keksen enthalten ist. Grundsätzlich ist Weizen, wie auch andere Getreidesorten, reich an Kohlenhydraten und sollte deshalb aufgrund der hohen Kaloriendichte nur in Maßen verzehrt werden.

Mythos Dickmacher Weizen

Ausschlaggebend sind folgende Punkte:

  • Menge des verzehrten Weizens
  • Art der Verarbeitung

Aufschluss gibt die Mehltype

Sie haben sich sicher schon einmal gefragt, was die Typennummer am Mehl zu bedeuten hat? Sie beschreibt den Mineralstoffgehalt pro 100 Gramm Mehl. Je geringer diese Typennummer ist, desto weniger Mineralstoffe sind im Mehl enthalten. Nicht empfehlenswert ist deshalb helles Weizenmehl (Typ 405, 550) [5].

Aus diesem Grund empfiehlt sich der Griff zu Vollkornprodukten. Diese enthalten mehr Mineralstoffe und Ballaststoffe, die zum einen für den menschlichen Organismus förderlich sind und zum anderen länger satt halten.

Gibt es Nachteile beim Verzehr von Weizen?

Aussagekräftige Studien, die darauf hinweisen, dass Weizen für die Entstehung unterschiedlicher Beschwerden ausschlaggebend ist, gibt es in dieser Form nicht. Fest steht jedoch, dass sich ein übermäßiger Konsum nachteilig auswirken kann. Dies gilt aber auch für andere Lebensmittel.

Weizen ist aus der modernen Ernährung kaum noch wegzudenken – aufgrund des hohen Kalorien- und Nährstoffgehalts sollten Weizenprodukte jedoch mit Bedacht genossen werden.

Weizen ist nicht mit Weizenkeimen gleichzusetzten.

Power-Bestandteile des Weizens

Im Vergleich zum ganzen Korn stellen Weizenkeime nur einen sehr geringen, aber dafür den nährstoffreichsten Teil des Korns dar. Als Beispiel: 40 Gramm Weizenkeime enthalten gleichviel Vitamin B1 wie 1 Kilogramm Weizenvollkornmehl [2].  Zudem sind die Weizenkeime reich an Spermidin.

Studien sprechen für den Verzehr der Keime

Weizenkeime gelten als Lebensmittel mit dem höchsten Spermidingehalt. Das natürliche Polyamin ist derzeit in aller Munde.

Spermidin regt den Prozess der Autophagie an

Revolutionäre Erkenntnisse brachte eine Studie von Frank Madeo, der mit seinem Expertenteam an der Universität für Molekulare Biowissenschaften in Graz die Effekte von Spermidin nachweisen konnten: Die natürliche Substanz regt die Autophagie an, ein körpereigener Recycling-Prozess, der sich positiv auf das Wohlbefinden auswirken soll [7].

Auch die Berliner Charité untersuchte die umfangreichen Effekte von Spermidin und kam zum Schluss, dass das Polyamind Vorteile für das Gedächtnis bringen könnte [9]. Mehrere Studien bestätigen mittlerweile die positiven Effekte von Weizenkeimen, und insbesondere dem darin enthaltenen Spermidin, auf das Wohlbefinden. Wichtig zu erwähnen ist jedoch, dass die Probanden der Studie Weizenkeime als Nahrungsergänzung verwendet haben [3].Damit Weizenkeime einen physiologischen Nutzen für das Wohlbefinden liefern können sollten diese in Ihrer reinen Form eingenommen werden [3].

Weizenkeime in der Ernährung

Häufig gestellte Fragen

Wie schmecken Weizenkeime?

Die Weizenkeime haben einen leicht bitteren Geschmack, der von einigen Menschen als nicht angenehm empfunden wird. Die Keime lassen sich jedoch ohne Schwierigkeiten in die tägliche Ernährung integrieren – wie etwa in Müslis oder im Porridge [2].  Zudem sind mittlerweile praktische, kalorienarme und geschmacksneutrale Kapseln als Alternative erhältlich.  

Wie isst man Weizenkeime?

Weizenkeime können Sie pur essen oder damit Speisen verfeinern. Wichtig ist, sie nicht zu kochen – durch die Hitze gehen wertvolle Nährstoffe verloren.

Ist in Weizenkeimen Gluten enthalten?

Personen, die unter Zöliakie oder einer Glutenintoleranz leiden, sollten Weizenkeime unbedingt meiden. Sie enthalten Gluten. 

Wie viele Weizenkeime sollten man am Tag zu sich nehmen?

Die Tagesempfehlung bei Weizenkeimen liegt bei 1-3 Esslöffel täglich.

Wo kann ich Weizenkeime kaufen?

Weizenkeime können Sie in Reformhäusern oder ausgewählten Online-Shops kaufen. Achten Sie beim Kauf auf eine hochwertige Qualität.

Fazit

Weizenkeime sind ein wahres Superfood: In den Keimen findet sich die geballte Kraft an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Sie können ideal in die tägliche Ernährung integriert werden und sorgen für die Extraportion Protein am Teller – dabei ist wichtig, die Keime nicht zu erhitzen oder zu kochen, da sonst wertvolle Nährstoffe verloren gehen. Zudem gelten Weizenkeime als spermidinreichstes Lebensmittel. Grund genug, das Superfood in Maßen in die tägliche Ernährung zu integrieren.

Quellen

[1] Krag, W. (2005). POWERAGING. Länger leben, später altern, jetzt handeln. Mvg Verlag: Heidelberg.

[2] Heepe, F. (1961). Die Vitamine in der Diät- und Küchenpraxis. Dr. Dietrich Steinkopf Verlag: Darmstadt.

[3] Moreira-Rosário, A., Pinheiro, H., Calhau, C., Azevedo, L. (2016). Can wheat germ have a beneficial effect on human health? A study protocol for a randomised crossover controlled trial to evaluate ists health effects. 6(11). Doi: 10.1136/bmjopen-2016-013098. Download vom 28. April 2020, von [Quelle]

[4] Jensen-Jarolim, E. (2018). Glutenunverträglichkeit. Download vom 13. Mai 2020, von [Quelle]

[5] Wormer, E. (2016). Darmpilze – heimliche Krankmacher. Mankau Verlag: Murnau.

[6] Bhukel, A., Madeo, F., Sigrist S.J. Spermidine boosts autophagy to protect from synapse aging. Autophagy. 2017 Feb;13(2):444–445. doi: 10.1080/15548627.2016.1265193. Download vom 20. April 2020, von [Quelle]

[7] Eisenberg,T., Abdallatif, M., Schroeder. S., (2016). Cardioprotective and lifespan extension by the natural polyamine spermidine. 22(12). Doi: 10.1038/nm.4222. Download vom 21. April 2020, von [Quelle]

[8] Deutsche Gesellschaft für Neurologie. (2017). „Gehirngesunde“ Ernährung: wie Essen vor Demenz schützen kann.